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Rebellions with a Cause


83
27
мая
19:00

ver.di Jugendbildungsstätte Berlin-Konradshöhe e.V.
Stößerstr. 18 13505 Berlin Germany
Der Kapitalismus wird in der Geschichte und in der Gegenwart begleitet von Widerständen. Diese Widerstände sind zum Teil gut organisiert und theoretisch begründet, zum Teil eher einem Bauchgefühl folgend, also intuitiv. Zahlreiche der Kritiken befassen sich nur mit den Folgen des Kapitalismus, ohne ihn grundsätzlich in Frage zu stellen. Die Antworten auf die Krisen und sozialen Probleme in kapitalistischen Gesellschaften sind dabei nicht notwendig progressiv oder emanzipatorisch: Immer wieder finden sich auch reaktionäre Antworten auf die Zumutungen des Systems. Wir wollen uns diesem vielgestaltigen Feld an Antworten auf den Kapitalismus widmen und aufzeigen wo Widersprüche zu systemsprengenden Rissen werden könnten ohne zu schweigen, wo Kritik geboten ist.

Die Panels:

1. Revolte und Transformation

Die Welt hat gesprochen! Von 2008 bis 2013 erlebten wir die breitesten Auseiandersetzungen und lebendigsten Proteste rund um die Welt seit 1968: Von Athen bis in den Zuccotti Park besetzten Menschen innerstädtische Plätze und campierten, diskutierten und revoltierten für ihre je eigenen Forderungen, aber vor allem gegen die verschiedensten Missstände. Bemerkenswert war die hohe Beteiligung von Menschen, die zuvor nicht politisch aktiv oder organisiert waren, die sich also erst in den Auseinandersetzungen politisierten. Zum Teil erschöpfte sich der Protest in vorpolitischen Riots, wie 2013 in Stockholm. Andere Protestformen scheinen in der parlamentarischen Realität angekommen zu sein, wie die Podemos-Partei. Doch wieso verlaufen diese Protestformen scheinbar im Sande? Tun sie das überhaupt? Welche Rolle kam bei den Geschehnissen der organisierten Linken zu? Wie ist ihr Verhältnis zu nicht explizit politischen Revolten und wie sind diese Einzuordnen? Und was ist jetzt von den Revolten geblieben? Und was bedeutet das für unsere politische Strategie? Diesen Fragen wollen wir anhand einiger Bespiele gemeinsam nachgehen.

2. Organisierung und Transformation in Deutschland und Europa

Syriza und Podemos sind Ansätze alternativer bis neuer Formen der Organisierung von linker Gegenmacht. Es sind parteiförmige Versuche sozialer Bewegungen, den aktuellen Herausforderungen in Europa und zu begegnen. Akteure bzw. Bündnisse wie die Interventionistische Linke und Beyond Europe(...ums Ganze!) formulieren andere Antworten auf die 'multiple Krise'. Dementsprechend ziehen sie unterschiedliche Schlussfolgerungen für ihre Organisationsform sowie die Frage, wie gesellschaftliche Transformation gelingen kann.
Wie sinnvoll sind die verschiedenen Ansätze? Was ist los mit der LINKEN? Was können wir gegenseitig von einander lernen?

3. Rechte Mobilmachung

Während die AFD, "Asylkritiker*innen", FPÖ, SVP, Fidesz, Jobbik und viele weitere rechte Kräfte aktuell in Europa auf dem Vormarsch sind, dehnt sich der Einfluss islamistischer und faschistischer Bewegungen, allen voran der IS, im Nahen Osten aus. Trotz all der Unterschiede fällt eines ins Auge: Sie sehnen sich zu einem faktisch niemals existenten Zeitpunkt der Vergangenheit zurück. Europa soll wieder ethnisch separiert und alle "Völker" zu "ihren eigenen Kulturen" zurückkehren. Die vermeintlich natürliche Ordnung zwischen dem Mann* als starkem Familienoberhaupt und der Frau* als Mutter und Haushaltskraft soll "wieder" hergestellt werden. Alle, die dieser Geschlechterdychotomie nicht entsprechen, sollen aus der Gesellschaft ausgeschlossen oder unsichtbar gemacht werden. Wenn rechtspopulistische Parteien von der Wiederherstellung der Volkssouveränität schwadronieren meinen sie eigentlich etwas anderes: Die Herrschaft des weißen Mannes, frei von irgendwelchen Maßregelungen.
Wir wollen uns in diesem Workshop vor allem mit der Verquickung von Rassismus und Patriarchat auseinandersetzen und auch die Rolle der Frau in der (europäischen) neuen Rechten reflektieren. Darüber hinaus wollen wir uns auch der Frage widmen, wie wir als Linke mit der wachsenden rechten Bedrohung umgehen können.

4. Von Kapitalismuskritik, Feminismus, Revolution und „der“ Antifa - was bedeutet eigentlich "Links" sein?

Woran erkenne ich politisch links denkende Menschen? Autonome Antifas an schwarzen Kapuzen-Pullovern? Ökoaktivist*innen an bunten Wohlpullovern und Politiker*innen der LINKEN am seriösen Politikoutfit? So einfach ist es wohl nicht. Welche Themen und Vorstellungen verbinden Menschen, die sich als links oder linksradikal bezeichnen? Wo gab und gibt es Konflikte und was ist jetzt eigentlich dieser Kapitalismus genau? Wir bringen Licht in den linken Szenedschungel. In dieser Schiene wollen wir euch erkunden wie die politische Linke hierzulande aussieht und einen Blick auf unterschiedliche Organisierungsformen und Themen der linken Bewegungen werfen.
Der Workshop richtet sich explizit an Menschen, die erst seit kurzen politisch aktiv sind.


Anmeldung: unter info@politikundkultur.org oder auf politikundkultur.org

Mehr Infos unter politikundkultur.org

Ort: Jugendbildungsstätte Konradshöhe/Berlin

Teilnahmegebühr: 10€/Person (Unterkunft und Verpflegung, sowie Fahrtkosten (DB 2. Klasse) inklusive bzw. können erstattet werden)

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